Haut an einem Fingergelenk (Bild: unsplash/Nsey Benajah)
Bild: unsplash/Nsey Benajah

Aufbau, Alterungsprozesse & Erneuerung - Die Haut - Multitalent mit Emotionen

Unsere Haut umgibt uns wie eine große Schutzhülle. Gleichzeitig ist sie Hormonfabrik, Wettermantel, Gefühlsdetektor. Ihre größten Feinde: Die Zeit und die Sonne.

Zwei Quadratmeter Haut umhüllen unseren Körper. Zehn bis zwölf Kilogramm wiegt unsere Oberfläche. Mit ihren zwei Milliarden Zellen schützt die Haut uns gegen Umwelteinflüsse, sie reguliert Temperatur und Feuchtigkeit unseres Körpers. Und die Haut ist eine Biochemie-Fabrik, die 30 verschiedene Hormone und Botenstoffe produziert - für den Eigenbedarf und den restlichen Organismus.

Neben Schweiß- und Talgdrüsen, Blutgefäßen, Pigmentzellen und Haaren besitzt sie über vier Millionen Sensoren, die sanftes Streicheln und einen kratzigen Pullover ebenso wahrnehmen wie Kälte, Wärme und Schmerz. Auf einem Quadratzentimeter laufen vier Meter Nervenbahnen und leiten Reize mit 90 Metern pro Sekunde blitzschnell von der Fingerspitze ins Gehirn.

Aufbau der Haut: Die dreifache Schicht

Und die Haut hat noch mehr faszinierende Eigenschaften! Egal ob Schwangerschaft oder ein paar Pfunde zu viel: Dank ihrer verschiedenen Schichten kann sie sich dehnen wie ein Luftballon. Insgesamt besteht die Haut aus drei "Etagen":

Oberhaut
Die Keimschicht der Oberhaut produziert ständig neue Hautzellen. Einen Monat dauert es, bis sie komplett verhornen und an die Oberfläche wandern. Pigmentzellen, die sogenannten Melanozyten, bilden den Farbstoff Melanin. Er wirkt als natürlicher Sonnenschutz
 und gibt der Haut ihren unverwechselbaren, individuellen Farbton.
Übrigens: Sommersprossen entstehen durch eine punktuelle Überproduktion von Melatonin.

Lederhaut
Kollagen- und Elastinfasern durchziehen die Lederhaut und machen unsere äußere Hülle elastisch und reißfest. Hier sitzen die meisten Drüsen, die Haarbalge und viele Nervenenden, welche die Signale für Temperatur, Berührung und Schmerzen an das Gehirn weiterleiten.

Unterhaut
Fett- und Bindegewebe sind die Zutaten der Unterhaut. Sie beliefert die darüber gelegenen Schichten mit Nährstoffen und sorgt dafür, dass sich die Haut verschieben lässt. Die polsternde Schicht verhindert, dass wir auskühlen und speichert Energie für magere Zeiten.

Wundheilung – mal mit, mal ohne Spuren

Oberflächliche Schürfwunden verheilen innerhalb weniger Tage, ohne Spuren zu hinterlassen. Verletzungen der Haut durch Verbrennungen, Unfälle, schwere Akne, durch Hautentzündungen, Schnittwunden oder unerfahrene Chirurgenhände hinterlassen dagegen sichtbare Narben.
 
Etwa 37 Millionen Menschen in Deutschland haben mindestens eine Narbe am Körper. Jedes zweite Mal entsteht sie durch Schnittverletzungen nach Unfällen, gefolgt von ungünstigen Schnitten bei Operationen.

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Was genau sind Narben?

Sichtbare Narben entstehen, wenn außer der oberen Hautschicht, die Epidermis, mindestens die darunter liegende Lederhaut (Dermis) verletzt wird. Denn: Ist der Mensch erst einmal geboren, ersetzt der körpereigene Reparaturapparat zerstörte Zellen in der Tiefe nur noch durch minderwertige Ersatzhaut.
 
Die Wundheilung vollzieht der Körper in drei Schritten:
1. Zunächst bildet sich Wundsekret, Gewebetrümmer werden entfernt und Erreger durch eine Entzündung bekämpft.
2. In der Reparaturphase produziert der Körper neue Zellen, die den Gewebedefekt verschließen sollen. Die Wunde ist nun von einem Schorf überzogen.
3. In der Wiederaufbauphase produziert der Körper unter der empfindlichen neuen Oberfläche Bindegewebezellen und baut neues Kollagen auf.
 
Das kollagenreiche Ersatz-Bindegewebe ist typischerweise weniger elastisch. In der Nähe von Gelenken schränken Narben daher die Bewegungsfreiheit ein. Zudem enthalten sie weniger Farbpigmente, keine Haarwurzeln, Schweiß- oder Talgdrüsen - all das macht Narben unübersehbar bis auffällig.
Je nachdem, wo die Wunde ist, wie tief und groß sie war, entsteht ein ästhetisch unbefriedigendes - wenn nicht gar entstellendes - Ergebnis.

Wie altert unsere Haut?

Glatt, rosig und makellos wünschen wir uns unsere äußere Hülle. Diese Attribute stehen für Jugend und Attraktivität. Doch die Haut merkt sich jedes Lebensjahr und jedes Sonnenbad. Falten und Sonnenflecken erzählen davon, wie wir unsere Haut beanspruchen.
 
Gesunde, junge Hautzellen durchlaufen einen natürlichen Lebenszyklus und regenerieren sich gezielt durch Zellteilung. Mit zunehmendem Alter erschöpfen sich die Zellteilungsprozesse. Auch das Bindegewebe nimmt mit zunehmendem Alter an Stabilität ab. Die Zahl der Blutgefäße verringert sich. Die Haut wird schlechter durchblutet und schlaffer; sie kann weniger Feuchtigkeit speichern. Unterhaut sowie Oberhaut werden immer dünner, so dass sich die Blutgefäße zunehmend deutlicher abzeichnen.

Gift für die Haut: freie Radikale

Das größte Problem der Hautalterung sind freie Radikale. Sie entstehen durch UV-Licht, Stress oder vielfältige Schadstoffbelastungen und aktivieren in der Haut zahlreiche Mechanismen. Über Entzündungsmediatoren und Enzyme wird der Kollagenstoffwechsel in den tieferen Hautschichten heruntergefahren. Die Folge: Die Elastizität der Haut nimmt ab. Es bilden sich Falten.
 
Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D, Selen, Omega 3, Zink sowie Anti-Aging-Cremes können diesen natürlichen Alterungsprozess nicht aufhalten.
Dagegen beugen Sonnenschutz, gesunde Ernährung, Alkohol- und Nikotinverzicht, ausreichend Schlaf und möglichst wenig Stress der Hautalterung vor.

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