Darmprobleme: Mann hält sich schmerzenden Bauch (Bild: imago/Panthermedia)
Bild: imago/Panthermedia

Ursachen für Darmprobleme - Funktionelle Darmbeschwerden: Symptome & Ursachen

Entzündungen, gestörte Darmflora, Infektionen, auch Medikamente wie Antibiotika, können Darmprobleme auslösen. Häufige Folgen: Durchfall & Verstopfung.

Darmprobleme können vielseitig sein: Es drückt oder zwickt im Bauch, man fühlt sich aufgebläht, muss in Sachen Stuhlgang ständig zur Toilette oder viel zu selten – irgendetwas stimmt nicht im Verdauungssystem. Wohl alle Menschen haben das schon mal erlebt, mehr oder weniger heftig.

Darmbeschwerden können von Verstopfung oder Durchfall bis hin zu Krämpfen mit Schmerzen reichen. Die Ursachen für Darmprobleme sind ebenso vielfältig: von harmlosen Verstimmungen über Störungen in der Balance der Darmflora, einer Infektion mit Bakterien oder Viren bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie Darmkrebs.

Hier finden Sie einen Überblick über verschiedene Darmbeschwerden, wann sie gefährlich werden können und welche Ursachen und Auslöser hinter Darmproblemen stecken können.

Darmprobleme: Die häufigsten Symptome

Wenn die Darmfunktion gestört ist, hat man Beschwerden, die einzeln oder in Kombination auftreten können:
 
• Akute Bauchschmerzen
• Chronische Bauchschmerzen / Darmschmerzen
• Völlegefühl
• aufgeblähter Bauch (Meteorismus)
Blähungen
• Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang
• Veränderung der Konsistenz des Stuhls
• Durchfall (Diarrhö)
Verstopfung (Obstipation)
• Durchfälle und Verstopfung im Wechsel

Viele dieser Symptome können sich auch bei ganz gesunden Menschen zeigen. Hat man sie nur für kurze Zeit, sind sie kein Grund zu großer Besorgnis und müssen kein Hinweis auf eine Erkrankung des Darms sein.

Mehr zu Darmerkrankungen

RSS-Feed
  • Morbus Crohn: Frau hält sich schmerzenden Bauch und dabei Toilettenpapier in der Hand (Bild: imago/Shotshop)
    imago/Shotshop

    Wenn gestörte Verdauung das Leben bestimmt 

    Morbus Crohn: Ursachen, Symptome, Behandlung

    Die chronisch entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn kommt schubweise mit heftigen Bauchschmerzen & Durchfall. Betroffen: Dünndarm und Dickdarm.

  • Blut im Stuhl: Beine eines Mannes auf der Toilette (Bild: imago/agefotostock/VadimGuzhva)
    imago/agefotostock/VadimGuzhva

    Magen & Darm 

    Symptom Blut im Stuhl: Mögliche Ursachen & Diagnose

    Blut im Stuhl ist oft harmlos. Verletzungen, Hämorrhoiden oder Blutungen in Magen bzw. Darm können Ursache sein, aber auch Krankheiten wie Darmkrebs.

  • Durchfall: Frau mit Klopapier in Händen sitzt auf Toilette (Bild:Colourbox)
    Colourbox

    Symptom Durchfall: Meist ein Fall für Hausmittel

    Wässriger Durchfall hat viele Ursachen. Lesen Sie, welche Hausmittel helfen und bei welchen Anzeichen Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen sollten.

  • Mann hält sich schmerzenden Bauch, auf dem grafisch der Darm abgebildet ist (Bild: Colourbox)
    Colourbox

    Appendizitis 

    Blinddarmentzündung: Symptome & Behandlung

    Bauchschmerzen & Übelkeit, mögliche Symptome für Blinddarmentzündung. Wichtig: Schnelle Behandlung, sonst droht Blinddarmdurchbruch & Blinddarm OP.

  • 3d Illustration von einem Dünndarm und Dickdarm (Quelle: colourbox)

    Keine Angst vor der Darmspiegelung! 

    Darmspiegelung: Ablauf und Risiken der Krebsvorsorge

    Eine Darmspiegelung (Koloskopie) ist die sicherste Vorsorge für Darmkrebs. Wir haben Infos zum Ablauf, zu Risiken und wie Sie sich darauf vorbereiten.

  • Darmkrebs erkennen & behandeln: Bild zeigt 3D-Grafik von Darm mit Krebszellen (Bild: imago images/Science Photo Library)
    imago images/Science Photo Library

    Kampf dem Darmkrebs 

    Darmkrebs (Dickdarmkrebs) Vorsorge, Ursachen, Symptome

    Darmkrebs ist, früh erkannt, heilbar. Wie Sie ihr Risiko durch Vorsorge per Darmspiegelung senken und wie Sie Darmkrebs erkennen, lesen Sie hier.

  • Gemüse-Obst Salat (Quelle: imago/Westend61)
    imago/Westend61

    Ernährungsberatung kann helfen 

    Gesunde Ernährung nach Darmkrebs

    Eine Darmkrebsoperation beeinflusst den ganzen Körper – vor allem auf Ernährung & Verdauung. Der Körper muss sich umstellen. Ernährungsberatung hilft.

  • Vergrößerte Hämorrhoiden: Mann mit Toilettenpapier greift sich an schmerzenden po (Bild: imago/imagebroker)
    imago/imagebroker

    Darm & Po: Wenn Sitzen Schmerz auslöst 

    Vergrößerte Hämorrhoiden: Symptome & Behandlung

    Vergrößerte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) können z.B. Jucken, Schmerzen & Blutungen am Enddarm auslösen. Mehr Infos zu Ursachen & Behandlung.

  • Salmonellen: 3D-Bild von Salmonellenvergiftung auslösenden Bakterien (Bild: imago/agefotostock)
    imago/agefotostock

    Krank durch Salmonelleninfektion 

    Salmonellen: Symptome & Behandlung der Infektion

    Meist führen Lebensmittel zur Ansteckung mit Salmonellen. Wir haben Infos zu Symptomen und Behandlung einer Salmonelleninfektion.

  • Computer Grafik: Frau hält sich den Bauch. Ihr Darm leuchtet organge-rot (Quelle: imago/Science Photo Library)
    imago/Science Photo Library

    Interview | Reizdarmsyndrom 

    Reizdarm: Welche Behandlung hilft? Ein Experteninterview

    Welche Medikamente bei Reizdarm helfen, ob Probiotika sinnvoll sind und welche Therapien noch eingesetzt werden, erklärt Prof. Dr. Stefan Müller-Lissner.

  • Gemüse hilft bei Reizdarm: Bild zeigt verschiedenes Gemüse vor schwarzem Hintergrund (Quelle: Colourbox)
    Colourbox

    Magen- & Darmgesundheit 

    Reizdarm: mit der richtigen Ernährung Beschwerden lindern

    Reizdarm Symptome reichen von Bauchschmerzen bis zu Verstopfung. Wie Sie mit Ernährung die Beschwerden lindern und was noch hilft, steht hier.

     

  • Frau hält sich den Bauch (Quelle: colourbox.de)
    colourbox.de

    Interview | Wie gefährlich ist das Norovirus? 

    Hochsaison für Noroviren

    Während der Sommer vor allem Salmonellen-Saison ist, tritt der Norovirus überwiegend in den Wintermonaten auf: Hochsaison ist von November bis April. Wie schützt man sich vor dem Erreger? Und was tun, wenn es einen doch erwischt hat?

  • Frau hält sich den Bauch (Quelle: imago/YAY Images)
    imago/YAY Images

    Tipps den Darm zu beruhigen  

    Blähungen - Wie viel pupsen ist noch normal?

    Kinder finden sie lustig, Erwachsene meist peinlich: Darmwinde, auch Flatulenzen genannt. Dass Luft aus dem Darm entweicht ist ein ganz natürlicher Vorgang. Wenn man ständig mit Winden kämpft und der Bauch aufgebläht ist, kann das allerdings belasten.

  • Frau mit Glas Milch in der Hand greift sich an schmerzenden Bauch (Bild: Colourbox)
    Colourbox

    Interview 

    Grummeln im Bauch: Nahrungsmittel Unverträglichkeiten

    Laktose, Glutenunverträglichkeit, Nahrungsmittelallergie: Wann stecken hinter Beschwerden wie Bauchschmerzen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten?

  • Sojabohne (Quelle: imago/allOver-MEV)
    imago/allOver-MEV

    Soja-Allergie | Allergisch auf die beliebte Hülsenfrucht 

    Wenn Superfood kribbelig macht

    Soja-Latte, Bolognese aus Soja-Schnitzeln, Käseersatz aus Soja – Nahrungsmittel aus der eiweißreichen Bohne gelten als besonders gesund. Schätzungsweise eine halbe Million Menschen reagiert jedoch allergisch auf die Hülsenfrucht. Juckreiz am Gaumen, Schwellungen im Hals oder Hautausschlag können Anzeichen dafür sein.

  • Zöliakie: Bild zeigt Brote aus verschiedenen Getreiden auf einem Tisch (Bild: unsplash/Wesual Click)
    unsplash/Wesual Click

    Wenn Getreideeiweiß krank macht 

    Zöliakie (Glutenunverträglichkeit): Diagnose & Therapie

    Zöliakie ist eine Erkrankung, bei der das Immunsystem auf Gluten (Klebereiweiß) in Getreiden reagiert. Symptome betreffen besonders den Dünndarm.

  • Kind hält sich schmerzenden Bauch (Bild: imago/Westend61)
    imago/Westend61

    Interview l Kindergastroenterologische Sprechstunde in Berlin  

    Wohin wenn's schmerzt? Hilfe für Kinder mit unklaren Bauchschmerzen

    Wenn’s im Bauch krampft oder grummelt, kann vieles dahinter stecken: Magen-Darmprobleme, Infektionen, Unverträglichkeiten … Umso aufwühlender, wenn ungeklärte Bauchschmerzen das Kind treffen. Wie "ermittelt" man die Ursache und hilft? Antworten von Dr. Markus Schmitt, Oberarzt der neu aufgelegten ambulant/stationären Kindergastroenterologie am Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf.

  • Menschliches Magen-Darm-System, Computergrafik (Quelle: imago/Science Photo Library)
    imago/Science Photo Library

    Dünndarmfehlbesiedlung – was ist das? 

    Wenn die Darmflora Beschwerden macht

    Der Darm hat zuletzt für viel Furore gesorgt. Erst avancierte das Buch "Darm mit Charme" zum Bestseller. Dann fanden Wissenschaftler heraus, dass die Funktionen der Darmbakterien weit über den Darm hinausgehen. Nun entdecken Mediziner zunehmend neue Krankheiten im Gekröse – vom "durchlässigen Darm" bis zu fehlplatzierten Bakterien im Dünndarm.

Diese Symptome sind ein Notfall für den Darm

Bestimmte Erkrankungen des Darmbereichs können lebensbedrohlich werden! Bei Erkrankungen wie Darmkrebs trifft das langfristig zu. 

Aber bei folgenden Symptomen sollte man sofort handeln:

• Akute, heftige Bauchschmerzen und ein geblähter Bauch können Anzeichen für einen Darmverschluss sein. Dann werden Speisereste, Körperflüssigkeiten und Gase aus dem Darm nicht mehr abtransportiert.
Schnelles Handeln ist wichtig, damit es nicht zum Darmdurchbruch kommt (der Darm platzt auf und es entsteht ein Loch in der Darmwand). Denn dann besteht Lebensgefahr durch Entzündungen des Bauchfells und im Bauchraum, die vor allem durch die hohe Zahl an Bakterien im Darminhalt ausgelöst werden!

• Eine akute Blinddarmentzündung kann ebenfalls einen Durchbruch des Darmes zur Folge haben. Die Warnsignale: Durchfall, Schmerzen im Bereich des Bauchnabels und/oder im rechten Unterbauch (stechende Schmerzen auf rechts im Darmbereich) und Fieber.

• Treten plötzlich heftige Schmerzen in der Leistengegend auf, kann das von einem akuten Leistenbruch herrühren. Hintergrund: Durch eine Lücke in der Bauchwand haben sich Teile der Bauchorgane nach vorne gedrängt und sind eingeklemmt. Auch dann heißt es: Sofort ins Krankenhaus!

Diese Darmprobleme unbedingt abklären lassen

Grundsätzlich gilt bei Darmproblemen und Auffälligkeiten beim Stuhlgang:
 
• Bei allen extremen Bauchschmerzen, die sich nicht bessern, sollte man sich in der Notaufnahme oder einer ärztlichen Praxis vorstellen.

• Ebenso bei ungeklärten Durchfällen, die nach drei Tagen nicht abklingen. Kinder, Schwangere und ältere bzw. geschwächte Menschen sollten bei Durchfall spätestens nach zwei bis drei Tagen ärztliche Hilfe suchen.

• Wer Blut in seinem Stuhl entdeckt, sollte nicht lange zögern, sondern einen Termin bei der Hausärztin oder dem Hausarzt vereinbaren. Das Blut kann harmlose Ursachen haben, wie z.B. Hämorrhoiden. Durch ein Geschwür im Darm (Zwölffingerdarmgeschwür) kann sich auch der so genannte Teerstuhl bilden, d.h. der Kot ist infolge des Blutes dunkel und klebrig.
Darm-Blutungen müssen so schnell es geht gestoppt werden. Dunkler Stuhl bildet sich aber auch, wenn man z. B. Eisentabletten einnimmt.
 
Wichtig: Blut im Stuhl kann auch ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Deshalb sollte man das Symptom immer sehr ernst nehmen und möglichst schnell abklären lassen – z. B. durch eine Darmspiegelung.

Steckbrief: Darm

Der Darm ist ein bis zu acht Meter langer Muskelschlauch. Aufgefächert hat er die Größe eines Tennisplatzes.

  • Diese Prozesse steuert der Darm:

  • So ist der Darm aufgebaut:

Häufigste Ursachen für Darmbeschwerden

Wenn beim Prozess der Verdauung oder im unteren Bauch Störungen der Darmfunktion auftreten, kann das folgende Gründe haben:

• Falsche Ernährung
• Infektionen mit Viren (z. B. Noroviren) oder Bakterien (z. B. Salmonellen)
• Befall mit Parasiten (z. B. Bandwürmer)
• Organische Ursachen (z. B. Blinddarmentzündung, Zwölffingerdarmgeschwür)
• Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, kurz CED (Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn)
Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien
• Divertikel im Darm
• Medikamenteneinnahme (v. a. Antibiotika)
• Tumore (gutartig bzw. bösartig)
• Darmbeschwerden und Psyche
• Funktionelle Darmbeschwerden (Reizdarm)

Faktor: Falsche Ernährung

Auf das Was und das Wann kommt es bei einer guten Ernährung für z. B. die Darmflora und zur Vermeidung von Störungen der Darmfunktion an:

Wer spät abends reichlich isst
, mutet seinem Darm zu viel Arbeit zu. Denn dann brennt der Stoffwechsel eigentlich schon auf Sparflamme. Die Folge: Speisereste bleiben unverdaut im Magen-Darm-Trakt und führen zu Blähungen oder Völlegefühlen.
Auch wer tagsüber zu deftig, zu fettig, zu scharf oder einfach zu viel isst, kann Darmbeschwerden bekommen.
 
Bestimmte Lebensmittel können außerdem Blähungen fördern, z.B. fette Fleischwaren, eigentlich gesunde Hülsenfrüchte genauso wie Zwiebeln oder Ballaststoffe. Sollte man deshalb Ballaststoffe per se meiden? Nein. Aber: Die Pflanzenfasern sind zwar wichtig für die Verdauung, aber wer übertreibt, riskiert neben Blähungen sogar Verstopfung.

Wichtig: Auf den eigenen Körper und auch den eigenen Verdauungsrhythmus achten und darauf eingehen - nicht jeder verträgt zu jeder Urzeit den gleichen "Verdauungsaufwand". Heißt auch: Für manche ist der ballaststoffreiche Porridge bzw. Haferbrei am Mittag oder frühen Abend besser, als am Morgen.
Wer Probleme mit Erkrankungen und Störungen des Darms hat, sollte hier unbedingt auch im Alltag Mut zum Ausprobieren bei der Ernährung haben.

Unverträglichkeit: Erkrankungen durch Nahrungsmittel

Lebensmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten verursachen verschiedene Darmbeschwerden. Beides wird häufig sprachlich gleichbedeutend verwendet.
 
Hinter einer Allergie steckt jedoch eine vom Immunsystem hervorgerufene Überempfindlichkeit gegen z. B. Obstsorten, Nüsse oder andere Lebensmittel.
 
Bei einer Unverträglichkeit kann der Körper bestimmte Bestandteile des Lebensmittels, z.B. Fruchtzucker, Laktose oder Gluten nicht verdauen. Eine Sonderform ist die Zöliakie, eine seltene Autoimmunerkrankung, die auch als Systemerkrankung bezeichnet wird. Verschiedene Organsysteme sind betroffen und die Autoimmunerkrankung bleibt lebenslang bestehen.
Die Zöliakie wird in der Alltagssprache fälschlicherweise oft mit Glutenunverträglichkeit bzw. Glutensensibilität gleichgesetzt.

Ursache: Infektion mit Bakterien oder Viren

Plötzliche heftige Darmbeschwerden mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen – das ist häufig das Werk von Noroviren oder Rotaviren. Sie gelangen über Türklinken oder Lebensmittel – also per Schmierinfektion – über Hände und Mund in den Darm. Da lösen die Viren dann eine akute Infektion aus, auch als "Magen-Darm-Grippe" bekannt.

Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder EHEC werden von rohem Fleisch oder Eiern übertragen (ebenfalls per Schmierinfektion, gegen die eine gute Handhygiene hilft) und führen zu Bauchschmerzen und Durchfall.
 
Schuld kann auch eine Lebensmittelvergiftung sein, wenn Bakterien in verdorbenen Lebensmitteln Giftstoffe gebildet haben. Die Beschwerden solcher Magen-Darm-Infektionen klingen meist in wenigen Tagen von alleine wieder ab.

Parasiten im Darm

Durchfall, Appetitlosigkeit und Bauchkrämpfe können durch Würmer, Amöben oder andere Einzeller verursacht werden. Sie - bzw. ihre Eier - gelangen über verdorbenes Essen oder verschmutztes Trinkwasser in den Körper. Durch ihre Giftstoffe schädigen sie die Darmschleimhaut.
 
Eine Stuhluntersuchung bringt Klarheit. Die meisten Parasiten lassen sich mit Medikamenten gut behandeln.

Geschwüre erkennen

Geschwüre sind nicht per se Krebsgeschwüre - das Wort Geschwür (Ulkus) bedeutet erst einmal nur: ein Defekt der Haut bzw. Schleimhaut. Geschwüre des Magens oder des Zwölffingerdarms sind Wunden in der Darmwand bzw. Magenwand.
 
Ein Druckgefühl und Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen, außerdem Blähungen und unregelmäßiger Stuhlgang können darauf hindeuten. Das häufigste Symptom sind Blutungen im Stuhl. Geschwüre können zu Blutarmut und Schwäche führen.

Risiko: Darmpolypen

Diese gutartigen Veränderungen der Darmschleimhaut haben meist keine Beschwerden oder Störungen der Darmfunktion zur Folge, vor allem wenn sie klein sind.
 
Gelegentlich verursachen sie Blut im Stuhl oder Durchfall. Meist werden sie zufällig bei einer Darmspiegelung entdeckt und entfernt.
 
Hintergrund: Die Entfernung von gutartigen Darmpolypen ist darum notwendig, weil sich ihr Zustand gefährlich ändern kann - in Richtung Darmkrebs. 90 Prozent aller Darmkarzinome entstehen aus Darmpolypen!

Wenn der Blinddarm Ärger macht

Ist der so genannte Wurmfortsatz des Darmes (Appendix) entzündet, spricht man von einer Blinddarmentzündung.
Lange wurde dieser kleine Darmanteil als überflüssig betrachtet. Heute weiß man: Er besteht zu einem Großteil aus lymphatischem Gewebe - wichtig für die Ausbildung des Immunsystems und für die Abwehr von Krankheitserregern. Außerdem ist der Blinddarm ein Reservoir für nützliche Darmbakterien. Ist der Appendix aber entzündet, muss er raus, also operativ entfernt werden.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Bei den chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) kommt es zu wiederkehrenden Bauchschmerzen und Durchfall. Die beiden häufigsten sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
 
Ursache ist zum Teil eine Fehlsteuerung des Immunsystems, mit der Folge von schweren Entzündungen im Darm. Beide Erkrankungen verlaufen in Schüben, sie sind gut behandelbar aber nicht heilbar.

Stoma: Künstlicher Darmausgang

Frau mit Klopapierrolle vor Toilette (Bild: imago/YAY images)
imago/YAY images

Interview l Künstlicher Stuhl- und Urinausgang - Stoma: Alltag mit künstlichem Darmausgang

Ein Stoma ist ein künstlich geschaffener Ausgang in der Bauchdecke. Häufig ist er nach einer Krebserkrankung nötig. Stuhl oder Urin über einen Beutel auszuscheiden - das ist immer noch ein Tabu. rbb PRAXIS hat den Wund- und Stomatherapeuten Thomas Stegemann vom Werner-Forßmann Klinikum Eberswalde gefragt: Wie gelingt damit der Alltag? Und wann braucht man genau einen künstlichen Darmausgang?

Darmbeschwerden durch Medikamente

Viele Arzneien haben Auswirkungen auf Darm und Darmflora und verursachen Beschwerden, allen voran Antibiotika. Ein antibiotika-bedingter Durchfall ist häufig und wird antibiotika-assoziierte Diarrhö genannt.
 
Auch magnesiumhaltige Medikamente zur Neutralisierung der Magensäure (Sodbrennen), Antidepressiva, Statine zur Cholesterinsenkung oder Schmerzmittel können dem Darm zusetzen.

Divertikulitis: Entzündete Darmdivertikel

Divertikel sind Ausbuchtungen in der Darmschleimhaut. Sie bilden sich vor allem im Dickdarm – vermutlich durch zu harten Stuhl, der dann die Aussackungen entstehen lässt. Wenn diese sich entzünden, schmerzt das im unteren Bauch. Außerdem kann man sich gebläht fühlen, und der Stuhl ist zu weich oder zu hart.

Video: Verwachsungen im Bauch

Verwachsungen im Bauchraum: Bild zeigt OP-Besteck und Hände von Ärzten (Bild: Colourbox)
Colourbox
4 min

Verwachsungen im Bauch

Schmerzen nach einem Eingriff am Bauch sind keine Seltenheit. Doch wenn sie längere Zeit nach einer Operation auftreten, können auch innere Verwachsungen die Ursache sein. Doch was ist dann zu tun?

Der tückische Darmkrebs

Bösartige Tumore im Darm kündigen sich leider meist sehr unspezifisch und spät an. Aber ein möglicher Hinweis ist: Blut im Stuhl. Das Problem: Auch Hämorrhoiden sind häufige Ursache für Blut beim Stuhlgang, allerdings auf dem Stuhl. In jedem Fall sollte man sich dann untersuchen lassen.
 
Ein weiteres Warnsignal: Die plötzliche Änderung der Stuhlgewohnheiten mit ständigem Wechsel von Verstopfung und Durchfall. Krebs im Mastdarm verursacht einen mit Schleim vermischten Kot.
 
Wird Darmkrebs früh erkannt sind die Heilungschancen besonders hoch. Das Wichtigste ist die regelmäßige Darmkrebsvorsorge für Menschen ab 50 Jahren.

Darmbeschwerden und Psyche

Die Verdauung wird mittlerweile von vielen als Spiegel der Seele gesehen. Der Darm hat über Millionen von Nervenzellen direkten Kontakt mit dem Gehirn – bisweilen wird er sogar als "zweites Gehirn" bezeichnet.
 
Stress schlägt sich nicht nur auf den Magen, sondern auch auf den Darm. Beschwerden können auch wegen Sorgen, Angst oder anderen negativen Gefühlen entstehen: Bei manchen in Form von Verstopfung, bei anderen in Form von Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall.

Funktionelle Darmerkrankung (z. B. Reizdarm)

Sie leiden unter Symptomen wie:
Stuhlunregelmäßigkeiten, Blähungen, chronische Bauchschmerzen, mindestens einmal die Woche, seit mehr als drei Monaten?
Und trotz vollständiger Untersuchung wurde keine körperliche Ursache gefunden?
 
Dann wird häufig eine funktionelle Darmstörung oder ein so genannter Reizdarm diagnostiziert. Mögliche Ursachen: Ein sehr sensibles Nervensystem im Magen-Darm-Trakt, wodurch der Magen überempfindlich auf Reize oder auch psychische Belastungen reagiert.

Hilfe für den Darm

RSS-Feed
  • Glas mit Porridge und Leinensamen, daneben ein Apfel (Quelle: imago/Westend61)
    imago/Westend61

    Natürliche Alternativen zum Abführmittel 

    Was hilft gegen Verstopfung?

    Abführmittel können - vor allem wenn sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden - gefährliche Risiken birgen. Doch wer seiner Verdauung etwas Gutes tun will, hat Alternativen - und zwar natürliche. Die rbb Praxis stellt Bild für Bild vor.

  • Frau formt mit Händen Herz vor ihrem Bauch (Quelle: Colourbox)
    Colourbox

    Ernährung 

    Gesunde Mahlzeit für die Darmflora

    Ein gesunder Darm sorgt nicht nur für beste Nahrungsverwertung - er stärkt auch unser Immunsystem. Das schützt z.B. vor Automimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose, aber auch degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer. Durch Ernährung können wir die Darmgesundheit aktiv fördern. Welche Lebensmittel dabei helfen, zeigen wir Bild für Bild.

  • Männlicher Oberkörper mit 3D-Grafik des Darms darauf (Bild: imago images/StockTrek Images)
    imago images/StockTrek Images

    Interview l Sport für Darmgesundheit 

    Welches Training tut dem Darm gut?

    Bewegung tut auch dem Darm Gutes - indirekt, denn wer sich viel bewegt, kann den Blutdruck senken, Blutzucker- und Cholesterinwerte positiv beeinflussen. Aber welches Training tut dem Darm speziell gut - und warum? Wir haben bei der Berliner Physiotherapeutin Gefa Naegler nachgefragt.

  • Einlauf: Klistier, Beutel und Schlauch eines Irrigators auf blauem Grund (Bild: Colourbox)
    Colourbox

    Darmgesundheit 

    Einlauf: Wie macht man eine Darmspülung zu Hause?

    Ein Einlauf kann den Darm reinigen oder bei Verstopfung entlasten. Lesen Sie hier, wie man den Einlauf zuhause macht und was man zu Risiken wissen sollte.

  • Gemüse-Obst Salat (Quelle: imago/Westend61)
    imago/Westend61

    Ernährungsberatung kann helfen 

    Gesunde Ernährung nach Darmkrebs

    Eine Darmkrebsoperation beeinflusst den ganzen Körper – vor allem auf Ernährung & Verdauung. Der Körper muss sich umstellen. Ernährungsberatung hilft.

  • Mann hält sich die Nase zu, weil es stinkt (Quelle: colourbox)
    colourbox

    Das hilft! 

    Tipps und Tricks gegen Blähungen

    Die meisten Blähungen sind harmlos und kein Grund zur Besorgnis - gerade nach einem üppigen Essen. Aber sie können im Alltag ziemlich nerven. So kann man Darmwinde loswerden oder erst gar nicht entstehen lassen:

  • Mann trainiert an Boxsack (Bild: Colourbox)
    Colourbox

    Bei Männergesundheit nicht schwächeln 

    Typisch Mann: Erkrankungen und Vorsorgeuntersuchungen

    Hornhautverengung, Leistenbruch und Prostatakrebs sind typische Erkrankungen beim Mann. Infos dazu und zu den Vorsorgeuntersuchungen stehen hier.

  • Spieße liegen auf einem Grill, im Hintergrund sitzen zwei Menschen (Quelle: imago/Peter Widmann)
    imago/Peter Widmann

    Magen-Darm-Erkrankungen im Sommer 

    Grillsaison: Vorsicht vor Keimen

    Sommerzeit und Ferienzeit – dann heißt's für viele: Ran an den Grill! Doch gleichzeitig lauern jetzt besondere Gefahren: denn im Sommer steigt die Zahl der Magen-Darm-Infektionen immer wieder rasant an. Besonders Camplyobacter-Bakterien haben zurzeit Hochsaison, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Doch Grillfreunde können sich schützen.

  • Gewürzsortiment auf Holzlöffeln (Quelle: Colourbox)
    Colourbox

    Gesunde Kräuter und Gewürze für Magen und Darm

    Wenn es zwickt und zwackt im Magen- und Darmbereich gibt es viele Kräuter, Gewürze und andere Nahrungsmittel, die helfen können. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie!

  • Hülsenfrüchte (Quelle: Colourbox)
    Colourbox

    Ernährung als Gesundheitsschutz 

    Die Kraft der Ballaststoffe

    Ballaststoffe fördern die Verdauung, können den Blutdruck senken, im Kampf gegen Diabetes helfen oder sogar Krebs vorbeugen. Hier lesen Sie mehr dazu.

  • Teller mit Lachs, Bohnen, Wakame und Salat (Bild: unsplash/Louis Hansel)
    unsplash/Louis Hansel

    Interview l Essen & Fasten gegen chronische Krankheiten 

    Entzündungen lindern durch Ernährung

    Ernährung und Gesundheit hängen eng zusammen - nicht nur bei Übergewicht, der Zuckerkrankheit oder Bluthochdruck. Eine Ernährung mit viel Gemüse und wenig tierischen Fetten lindert auch chronische Entzündungen. Und: Wer eine Zeit lang mal gar nicht isst, dem kann es gelingen, entzündliche Erkrankungen wie Rheuma zumindest für eine Weile ganz zu stoppen.

  • imago images / Westend61

    Blumen zum Essen 

    Mehr als Deko: Blüten zum (gesunden) Anbeißen

    Die Blütenpracht der Pflanzen ist nicht nur ein optischer Genuss - darin steckt so mancher ungewöhnliche Leckerbissen, manchmal sogar gesunde Kraft. Das wußten schon unsere Vorfahren und haben sich nicht nur Stängel, Blätter und Wurzeln zu nutze gemacht und zubereitet, sondern auch Blüten verspeist. Aber: Nicht alle Blüten sind genießbar. Bei welchen Blumen sie bedenkenlos ins Bunte beißen können, verraten wir hier Bild für Bild.

  • Frau hält zu Rechteck geformte Hände vor Gesicht (Bild: imago images/Westend61)
    imago images/Westend61

    Interview l Dr. Yael Adler 

    Über den Mund die Haut verschönern

    "Im Alter produziert der Körper weniger Hormone, die Talgdrüsenaktiviät geht zurück und die Hautdurchfeuchtung lässt nach. Ausreichend Trinken hilft. Anti-Aging Cremes dagegen bringen so gut wie gar nichts. Das Einzige, was man im Labor nachgewiesen hat ist, dass die Vitamine A, C und E und kurzkettige Eiweiße, Polypeptide, einen gewissen Anti-Aging-Effekt haben", sagt Hautärztin Dr. Yael Adler.

Weitere Ursachen für Schmerzen in der Darmregion

Menstruationskrämpfe
Viele Frauen kennen die krampfartigen Schmerzen im Unterleib – in den Tagen vor, während und nach der Blutung. Verursacher sind Hormone, die von der Gebärmutter gebildet werden, damit sie sich zusammenziehen kann. Wegen des veränderten Hormonspiegels kommt es während der Menstruation häufig auch zu Verdauungsproblemen.

Schmerzen wegen Eisprung
Dieser so genannte "Mittelschmerz" tritt innerhalb der fruchtbaren Tage der Frau auf. Meist wird der Schmerz eindeutig links oder rechts im Unterbauch wahrgenommen - als Ziehen, Drücken oder krampfartiger Schmerz. Was löst ihn aus? Darüber ist sich die Forschung nicht ganz einig. Eine These: Die Schmerzen entstehen, wenn das Eibläschen im Eierstock platzt und die Eizelle freigibt.

Rückenschmerzen wegen Verstopfung?
Wer Darmprobleme hat, kann das auch im Rücken spüren. Manche Ärztinnen und Ärzte vermuten etwa, dass Muskeln in unmittelbarer Nähe des Darmes gereizt werden, wenn der Darm mehr Platz einnimmt als vorgesehen. Auch eine wegen ständiger Bauchschmerzen angespannte Bauchmuskulatur kann auf den muskulären Gegenspieler wirken und zu Rückenbeschwerden führen.

Wie kann man Darmbeschwerden vermeiden?

Darmprobleme können wie beschrieben viele Ursachen haben. Aber vor allem mit der passenden Ernährung lassen sich Darmbeschwerden oft vermeiden und in den Griff kriegen.

Deshalb sind diese Faktoren gegen Störungen der Darmfunktion sehr wichtig:
• Bewusst essen und sich Zeit dafür nehmen
• Ausreichend kauen denn: die Verdauung beginnt im Mund
• Nicht ausschließlich Fertigkost oder Kantinenessen, denn in stark verarbeiteten Lebensmitteln stecken viele Zusatzstoffe
• Wenig rotes Fleisch essen, sowie gepökelte und geräucherte Wurstwaren
• Wenig Zucker
• Reichlich Obst und Gemüse
• Ausreichend Ballaststoffe
• Nicht mehr essen als nötig
• Terische Fette nur sparsam verwenden


Außerdem hilft:
• viel trinken
• ein Glas warmes Wasser vor dem Essen, regt die Darmtätigkeit an
• sich ausreichend bewegen
• regelmäßig Händewaschen (Schutz gegen Darmkeime)
• Stress reduzieren

Beitrag von Carola Welt

Zum Weiterlesen

Hände tippt auf Laptop, der in Medizinnetzwerk surft (Bild: Colourbox)
Colourbox

Interview | Big Data in der Medizin - Viele Daten helfen viel !?

Wie können große Datenmengen, also Big Data, helfen, die medizinische Versorgung von Patienten zu verbessern? Sie müssen gebündelt, verknüpft und zugänglich gemacht werden - dann können unterschiedlichste Krankheiten bekämpft werden, wie Dr. Matthieu-P. Schapranow vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam erklärt.

Montage: Steinpilze, Heidelbeeren, Kastanien (Quelle: rbb/imago/blickwinkel/Westend61)
rbb/imago/blickwinkel/Westend61

Essen wie die Höhlenmenschen - Wie gesund ist die Steinzeit-Diät?

Die sogenannte Steinzeit-Diät oder auch Paläo-Diät propagiert, dass wir uns ernähren wie unsere Vorfahren vor zwei Millionen Jahren. Die Hypothese dahinter: Wir stecken evolutionsbiologisch immer noch in der Steinzeit und wenn wir uns ernähren wie die Menschen damals, dann leiden wir seltener unter Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck.